Feuerwerk 2021 – Brauchtum, Umwelt- und Tierschutz, Sicherheit in der Corona-Situation

2020 feiern wir Weihnachten ganz anders als gewohnt. Das wird höchstwahrscheinlich auch beim Jahreswechsel so sein.
2020 feiern wir Weihnachten ganz anders als gewohnt. Das wird höchstwahrscheinlich auch beim Jahreswechsel so sein.

 Eigentlich gehört das Silvesterfeuerwerk zum Jahreswechsel einfach dazu. Es ist schön anzusehen und soll die bösen Geister des alten Jahres vertreiben. Doch das traditionelle Feuerwerk hat auch Kehrseiten - etwa erhebliches Feinstaubaufkommen, hohe Verletzungsgefahr, Brände, Lärm, Rauch und jede Menge Abfall.

 

Laut aktuellen Berechnungen des Umweltbundesamtes werden pro Jahr 1477 Tonnen Feinstaub (PM10) durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern freigesetzt, der größte Teil davon in der Silvesternacht. Das entspricht rund fünf Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge.

 

Auch für Tiere stellt das Silvesterfeuerwerk eine arge Belastung dar. Laute Geräusche, Rauchentwicklung und helles Licht, das von Feuerwerkskörpern ausgeht, sind Störquellen, die bei vielen Arten von Haus- und Wildtieren zu Desorientierung und erheblichem Stress führen können. Vögel beispielsweise fliegen teilweise unter großem Energieverlust viel höher als gewöhnlich.

 

Knapp 60 Prozent der Deutschen befürworten eine Einschränkung des Abbrennens von Feuerwerk und Böllern an Silvester in Innenstädten. Aus diesen Gründen erwägen einige Kommunen, das Abbrennen von Silvesterfeuerwerken auf professionelle, öffentliche Feuerwerke zu konzentrieren. Manche können sich auch Licht- und Lasershows vorstellen, die statt der Feuerwerke stattfinden könnten.

 

„Die Kommunen im Odenwaldkreis sollten zukünftig auf öffentliche Feuerwerke oder Light-Shows setzen“, erklärt Dr. Jonas Schönefeld, Bürgermeisterkandidat der Grünen für Michelstadt. „Allerdings würde das in der aktuellen Corona-Situation bedeuten, dass dann viele Feierwillige  zusammenkommen würden, was an dem kommenden Jahresende nicht nur den gegenwärtigen Corona-Bestimmungen zuwiderlaufen, sondern auch feuchtfröhliche Hotspots geradezu generieren würde. Mein Rat, bzw. meine Bitte: Wir halten uns diesmal zurück und freuen uns umso mehr auf den Jahreswechsel 2021/22! In der Michelstädter Altstadt ist übrigens Feuerwerk beziehungsweise das Zünden von Böllern aus brandschutztechnischen Gründen seit Jahren ohnehin nicht erlaubt.“

 

Petra Neubert, Kandidatin für die Landratswahl im Odenwaldkreis merkt an: „Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation. Die größtmögliche Sicherheit für uns alle zu gewährleisten, ist jetzt das Gebot der Stunde. Denken wir doch in diesem Zusammenhang auch so verantwortungsvoll wie möglich an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserem Gesundheitswesen, die sich auch in der Silvesternacht um Verletzte und Kranke kümmern werden.“

 

Der für den Odenwald zuständige GRÜNE Landtagsabgeordnete Frank Diefenbach schließt sich dieser Einschätzung an und ergänzt: „In diesem Jahr sollten wir auf größere Ansammlungen beim Feuerwerk verzichten, damit wir die Corona-Krise nicht durch unachtsame Momente unnötig verschärfen. Die Kommunen sollten dazu auch geeignete Hinweise geben.“

 

Die Bundesregierung hat mit Beschluss vom 13.12.2020 neue Regelungen zur Eindämmung der Pandemie getroffen. Der Beschluss betrifft auch den Silvester- und Neujahrstag.

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