Klare Verfahren für die Corona-Impfungen

In den letzten Tagen ist von vorgezogenen Impfungen zu hören, die zumeist mit übrig gebliebenen Impfdosen begründet werden. Diese sollten möglichst nicht verschwendet werden, so der Grund.

Dabei ist die Reihenfolge der Impfungen in der Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums klar geregelt: Zunächst sollen Menschen über 80 Jahre geimpft werden, außerdem jene Personen, die durch ihre Arbeit in Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen oder Impfzentren ein besonders hohes Ansteckungsrisiko haben. Sie gehören der Gruppe der höchsten Priorität (§ 2 Corona-Impfverordnung) an. 

Der Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Odenwald, Andreas Schwab, ist unter diese Priorität allerdings nicht zu fassen. Insofern verwundert es, dass er hier dennoch geimpft wurde. Richtigerweise ist der Anspruch von Schwab in der Corona-Impfverordnung unter § 3 Schutzimpfungen mit hoher Priorität, Nr. 7 (Personen, die im öffentlichen Gesundheitsdienst oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur tätig sind) aufgeführt. Zudem ist es überaus fraglich, weshalb Schwab erklärt, sein Impftermin sei genau eine Woche später gewesen. 

Hier ist umfassende Klärung erforderlich. Die politische Verantwortung liegt beim Landrat im Odenwaldkreis. Es muss doch vorher geklärt sein, wohin die Impfdosen gehen, die übrig bleiben. Wenn Personal aus der Klinik geimpft werden sollte, dann doch diejenigen, die am Patient arbeiten, etwa Ärzte, Physiotherapeuten oder Hebammen. Die Verwaltung gehört jedenfalls zu diesem Zeitpunkt nicht dazu. 

Es ist ein fatales Signal für alle diejenigen, die dringend auf eine Impfung warten. Das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger wird erschüttert, indem Einzelne so agieren, als würde die Festlegung über die Impfungen nichts weiter als eine nur vage Empfehlung sein.

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