Verantwortung für Menschen mit Behinderung übernehmen

Während der Corona-Pandemie sind die Anliegen und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung nur unzureichend betrachtet worden.

 

Zunächst wurden Menschen mit Behinderung in der Corona-Impfverordnung erst gar nicht aufgeführt. Das ist mittlerweile geändert worden. In vielen Einrichtungen werden Bewohner*innen und das Personal seit etwa drei Wochen einmal wöchentlich auf Corona getestet. Das wird allerdings als unzureichend zu werten. Möglichst sollten diejenigen, die von extern in die Häuser kommen, täglich getestet werden.

 

Fest steht: Wenn es der Einrichtung schlecht geht, dann geht es auch den Menschen mit Behinderung schlecht. Bei erhöhtem Krankenstand ist weniger Personal im Haus. Das bedeutet weniger Zeit, weniger Empathie im Tagesablauf.

Ein großes Anliegen besteht darin, dass der Odenwaldkreis wieder mehr Verantwortung für Menschen mit Behinderung übernehmen muss. Als die Integra noch Teil des Odenwaldkreises war, konnte die Situation der Menschen mit Behinderung wesentlich sichtbarer gemacht werden, es konnte mehr Verantwortung übernommen werden. Der Odenwaldkreis muss wieder seinen Platz im Aufsichtsrat der AWO Süd einnehmen. Damit erhält der Landkreis auch bessere Einblicke in die Geschäfte des Vereins.

Am Beispiel des CAP-Markts in Höchst zeigt sich das Dilemma. Der Lebensmittel-Markt ist vor vier Jahren abgebrannt. Bisher gibt es keine Planungen für einen Neubeginn. Hier zeigt sich der desolate Zustand der AWO Hessen-Süd. In dem Markt waren insgesamt rund 20 Menschen beschäftigt, 15 Menschen mit Behinderung. Die Arbeit im Markt war ihr Lebensinhalt, sie waren dort glücklich.

Zum Vergleich: Der LIDL-Markt in Höchst wurde nach einem Brand innerhalb von zehn Monaten wiederaufgebaut.

 

Hier spielt die Affäre um den früheren Geschäftsführer Torsten Hammann eine Rolle. Der AWO-Bezirksverband hat seither ein geringes Vermögen, könnte mit Kosten für Mieten und Personal in die Verlustzone geraten.

Die Umsetzung eines Inklusionskonzepts wäre eine gute Sache. Als ersten Schritt müsste der Odenwaldkreis aber wieder einen Fuß in die AWO Hessen-Süd-Tür (Aufsichtsrat) bringen.

Einerseits um mitzubekommen und mitzubestimmen, was in dieser Frankfurter Organisation passiert und andererseits, dass die Situation der Menschen mit Behinderung in unserer Region wieder sichtbar wird.


Wenn ein gutes Beispiel gesucht wird, dann kann die Behindertenhilfe Bergstraße (BHB) benannt werden. Es ist wunderbar, wie diese Organisation und damit Menschen mit Behinderung im Kreis Bergstraße gesehen werden. Es ist im Kreis Bergstraße für jedes Unternehmen eine Ehre, etwas für die Behindertenhilfe leisten zu dürfen.


Diese Wertschätzung möchte ich auch im Odenwaldkreis erreichen. Machen wir jetzt die nächsten Schritte. 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0