Anlage einer strukturreichen Hecke in Mossautal

Helmut Breithaupt (Grün Bau Helmut Breithaupt) mit Harald Hoppe (BUND Odenwald) und Petra Neubert (Landratskandidatin für den Odenwaldkreis)
Helmut Breithaupt (Grün Bau Helmut Breithaupt) mit Harald Hoppe (BUND Odenwald) und Petra Neubert (Landratskandidatin für den Odenwaldkreis)

Anlage einer strukturreichen Hecke mit dem Ziel der ökologischen Aufwertung von Ackerland
Förderung von Haselmaus und Neuntöter

 

Ich bin mit Harald Hoppe, Sprecher des BUND Odenwaldkreis, in der Nähe der Mossauer Höhe unterwegs. Er hat mir von einem großen Projekt berichtet, das es in dieser Form im Odenwald noch nicht gegeben hat. Das Projekt wird mitfinanziert von der Bundesrepublik Deutschland und durch das Land Hessen gefördert. 

 

Die Fa. Grün Bau Helmut Breithaupt aus Michelstadt Asselbrunn setzt die Naturschutzmaßnahme vor Ort um. Gemeinsam mit seinem Mitarbeiter stellt er gerade die Ansitzstange auf. 

"Der BUND Odenwald hat 2020 das größte Naturschutzprojekt im Odenwaldkreis, das von Umweltverbänden jemals angestoßen wurde, realisiert. Aus einer gemeinsamen Aktion von NABU, zwei Landwirten und dem BUND wurde das Projekt 2019 von Dipl.-Biol. Kai Teubner entwickelt und im April 2019 beim RP Darmstadt zur Förderung eingereicht. Die Projektkosten werden vollständig vom Land Hessen und der Bundesrepublik Deutschland getragen. 

 

Auf dem Rossbacher Hof der Familie Allmenröder wird auf ca. 1,2 Hektar Fläche eine 1.600 Meter lange Feldhecke gepflanzt. Dadurch wird für Haselmaus und Neuntöter – zwei Arten mit schlechter Erhaltungsprognose für Südhessen – ein neuer Lebensraum geschaffen. Gleichzeitig wird in einer reinen Agrarlandschaft wieder eine Hecke als Strukturelement eingefügt, die eine Bereicherung und Erhöhung der Biodiversität bewirkt." (BUND Odenwald)

 

"Es werden zwei Heckentypen gepflanzt, die an zwei Standorte – vormittags kühl, feucht / nachmittags heiß, trocken – angepasst sind. Wir nennen sie Haselnußtyp und Schlehentyp. Die Zusammenstellung der Hecken verwendet 16 verschiedene Pflanzen, die in einem knapp 50 Meter langen Pflanzschema angeordnet wurden." (BUND Odenwald)

 

Hier am Wanderweg auf der Mossauer Höhe wird erst richtig deutlich, wovon die Rede ist. Die Pflanzung zieht sich über den gesamen Höhenzug hin. 

 

"Der konventionelle Landwirtschaftsbetrieb hat mit der Hecke einen Hektar Anbaufläche aus der Produktion genommen und für den Naturschutz bereitgestellt.

 

Durch eine weitere Maßnahme wurde parallel zur Heckenpflanzung ein Streifen Grünland eingerichtet, sodass insgesamt 2,6 Hektar Acker für den Naturschutz umgewandelt wurden", ergänzt Harald Hoppe.

 

Vielerorts sind die Hecken verschwunden, weil sie der Kulturlandschaft weichen müssen. Glücklicherweise entsteht hier im Odenwald bei Mossautal wieder neuer Lebensraum für viele Arten. In wenigen Jahren wird die Hecke als Windschutz dienen, Tieren Deckung geben können und die Bodenerosion verhindern. 

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